Jugendtreff Bansen feiert 40-jähriges Jubiläum

Am 25. Juli 2025 feiert der Jugendtreff Bansen sein 40-jähriges Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür.

 

Die Gäste erwartet ein buntes Mitmachprogramm: Von Wasserspielen mit der Feuerwehr, Kreativangeboten der KiTas, Süßes von den Landfrauen, über eine Holzwerkstatt bis zu Luftballonfiguren ist für alle etwas dabei. Ergänzt wird das Jubiläum durch ein Ehemaligen-Treffen am Samstag, 30. August, zu dem alle früheren Besucherinnen und Besucher herzlich eingeladen sind.

Ein Haus mit Geschichte

Die Wurzeln des Bansens reichen weiter zurück als sein offizielles Gründungsjahr 1985. Ende der 1970er Jahre setzte sich der mittlerweile aufgelöste Verein „Jugendring“ zum Ziel, einen Ort für die Jugendarbeit in Lotte zu schaffen. Die Lösung fand sich in Osterberg, wo das alte Bauernhaus von Hof Fortmeyer sorgfältig abgetragen und am Honeburger Weg in Alt-Lotte wieder aufgebaut wurde. Der Name „Bansen“ geht auf das altdeutsche Wort „Banse“ zurück – ein Begriff für einen Lagerraum für Heu und Stroh. Passend, denn das Gebäude diente früher genau diesem Zweck und wurde so zu einem Ort, an dem heute neue Ideen und Gemeinschaft „gelagert“ werden.

Die offizielle Eröffnung des Jugendtreffs erfolgte 1984 – zunächst als teiloffenes Angebot ohne feste Aufsicht, beschränkt auf den kleinen Kaminraum, der heute als Büro genutzt wird. Der übrige Gebäudeteil war zunächst Vereinsheim und Partyraum. 1985 zog mit Manfred Kleve der erste Jugendpfleger ein. Damit war der Bansen erstmals als offizieller Jugendtreff anerkannt. Die Leitung wechselte in den ersten Jahren mehrfach.

Das änderte sich 1990: Seitdem leitet Ursula „Ulla“ Tschauder, Sozialpädagogin, mit großem Engagement den Treff. Unter ihrer Leitung blühte die Jugendarbeit auf: Sie machte weitere Räume nutzbar, erschloss die Rasenfläche für Aktivitäten und baute das Angebot schrittweise aus. Ein wöchentlicher Filmclub, ein Kindernachmittag, ein Zeltlager und viele kreative Angebote kamen hinzu. Freitags ist bis heute als fester Veranstaltungstag mit wechselndem Programm besonders beliebt:  Es werden Ausflüge in die Eishalle, ins Kino oder ins Wellenbad angeboten.

Bis heute ist der Jugendtreff Bansen ein offenes Haus für alle Kinder und Jugendlichen ab der 1. Klasse bis ins Erwachsenenalter!

Ein Schwerpunkt der Arbeit ist der Offene Treff, der an mehreren Nachmittagen pro Woche jeweils fünf Stunden geöffnet ist – ohne Anmeldung. Ob Billard, Konsolenspiele, Tischtennis oder Fußball im Außenbereich – Kinder und Jugendliche finden hier vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Ein fester Bestandteil des Programms sind die regelmäßig stattfindenden Partys, bei denen Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren im Partyteam Verantwortung übernehmen – von der Planung über den Einkauf bis hin zur Durchführung. Es wird gemeinsam dekoriert, gekocht, gebacken und organisiert. Auch Regeln und Budgetfragen werden in der Gruppe besprochen. Das stärkt Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen.

Die Ferienangebote zählen zu den beliebtesten Programmpunkten:
Allein im vergangenen Sommer nahmen an den Angeboten vom Bansen rund 950 Kinder und Jugendliche teil. Auch die jährlich stattfindenden Oster- und Herbstferienangebote und alle Ausflüge sind immer ausgebucht.

Seit Beginn des Landesprogramms Kulturrucksack – NRW ist der Bansen Projektpartner und viele Kulturelle und Kreative Angebote können somit durchgeführt werden. Ein besonderes Highlight ist der jährliche Lego-Workshop, bei dem Jugendliche in nur drei Tagen eine rund 10 x 6 Meter große Lego-Stadt bauen. Diese wird zwei Tage öffentlich im Haus Hehwerth ausgestellt. Das Projekt wird auch in den kommenden Herbstferien wieder angeboten.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Alltagskompetenzen: Viele Jugendliche ab Klasse 5 besitzen ein Deutschlandticket, doch nur wenige nutzen es regelmäßig. Um dem entgegenzuwirken, organisiert der Bansen gezielt Ausflüge mit Bus und Bahn. Im Kreisgebiet ist der Bansen der einzige Jugendtreff, der solche Mobilitätsprojekte regelmäßig umsetzt. Und für Kinder, die sonst keinen Urlaub machen können, wird mit einer Sommerfreizeit am Timmendorfer Strand ein besonderes Erlebnis ermöglicht.

Viele Herausforderungen

Das European Volunteer-Projekt, über das 25 Jahre engagierte junge Erwachsene aus dem europäischen Ausland zum Bansen kamen, wurde eingestellt. Auch die Stellen für das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) können nicht dauerhaft besetzt werden. Dieser Personalmangel führt dazu, dass nicht mehr alle Projekte durchgeführt werden können.

Besucherinnen und Besucher kommen von allen Schultypen und bringe ihre besonderen Bedürfnisse mit. Diese Kinder benötigen eine kontinuierliche, verlässliche und einfühlsame Begleitung.

Allen Herausforderungen zum Trotz: Für viele Kinder und Jugendliche ist der Bansen weit mehr als nur ein Freizeitangebot – er ist ein Zuhause auf Zeit. Ein Ort, an dem sie Gemeinschaft, Wertschätzung und offene Ohren finden. Gerade in einem von Veränderungen geprägten Alltag sind solche Konstanten von großer Bedeutung. Und die positiven Rückmeldungen der Eltern bestätigen die Arbeit des Bansen-Teams: „Ihr macht ein tolles Programm! Für jeden ist etwas dabei.“

 

Bildunterschrift: Das Team des Jugendtreffs: Doris Fulbrecht, Ulla Tschauder und Bianca Feist
Foto: luxteufelswild

 

Bildunterschrift oben: Der Jugendtreff Bansen – ein offenes Haus mit Geschichte
Foto: Nina Jostmeier

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